Anhaltende Verluste und unterschiedliche Ansichten über die strategische Ausrichtung haben zum Austausch des Metro-CEO geführt. Nun bleibt abzuwarten, wie das Geschäft der Metro strategisch neu ausgerichtet wird. Foto: Metro
Der international tätige Handelskonzern ist wirtschaftlich angeschlagen – auch in Deutschland läuft es nicht rund. Metro reagiert darauf mit dem Austausch des Vorstandsvorsitzenden.
Durch das vom Präsidenten der Russischen Föderation erlassene Dekret Nr. 302 hat die russische Regierung Metro Russland unter vorübergehende Zwangsverwaltung gestellt. Der russische Staat hat die operative Kontrolle an „UK Torg RUS“ übertragen, ein Unternehmen des CEO von Metro Russia, Johannes Tholey. Seit Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine im Februar 2022 hat der deutsche Handelskonzern verschiedene Maßnahmen ergriffen, um die Verbindungen zwischen der russischen Tochter und der Metro AG zu verringern. Weitere Auswirkungen des Dekrets werden vom Unternehmen derzeit analysiert.
Doch nicht nur Russland wird zum Problemfall. Auch das Geschäft in der Republik Kasachstan soll bis Ende März 2027 eingestellt werden, teilte das Unternehmen mit. Infolgedessen werden die sechs Großmärkte sowie das Belieferungsgeschäft in dem Land schrittweise geschlossen. Der Entscheidung sei eine gezielte Prüfung der langfristigen Perspektive des Metro-Geschäfts im Kaukasus-Land voraus. Trotz vielfältiger Maßnahmen des lokalen Teams, das Kundenangebot weiterzuentwickeln und das Großhandelsgeschäft an die lokalen Marktgegebenheiten anzupassen, sei der Aufbau einer tragfähigen Grundlage für nachhaltiges Wachstum herausfordernd gewesen, heißt es in einer Pressemitteilung.
Allerdings sind auch in Deutschland die Geschäftsdaten nicht positiv, was sich im Austausch des CEO zeigt. Wegen „unterschiedlicher Auffassungen über die künftige Ausrichtung“ des Großhandelskonzerns hat der bisherige CEO Steffen Greubel das Unternehmen verlassen, wie es in einer offiziellen Pressemitteilungen heißt. Der bisherige Finanzvorstand der Metro AG, Eric Riegger, ist seit dem 1. Oktober neuer Metro-Vorstandsvorsitzender (CEO).
Greubel hat den weitverzweigten Konzern auf das Großhandelsgeschäft konzentriert und dabei hauptsächlich das Geschäft mit Partnern aus dem Außer-Haus-Markt vorangetrieben. Der Umsatz der Handelskette hatte dabei von 25 auf mehr als 32 Milliarden Euro zugelegt. Vor allem das Belieferungsgeschäft wurde ausgebaut, während zugleich die Verkaufsfläche in den meisten der über 600 Abholmärkte reduziert sowie das Sortiment überarbeitet und mehr auf Eigenmarken gesetzt wurde. Heute erzielt der Handelskonzern in Deutschland fast 30 Prozent des Umsatzes durch Belieferung.
Jedoch konnte das Konzernergebnis nicht verbessert werden. Laut Handelsblatt-Bericht schreibt die Metro seit dem Geschäftsjahr 2023/2024 unter dem Strich einen Verlust. Im vergangenen Jahr lag der Jahresfehlbetrag bei 334 Millionen Euro. Auch in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres gab es ein Minus von 95 Millionen Euro. Ein besonderes Sorgenkind sei seit Jahren das Deutschlandgeschäft – trotz mehrmaliger Wechsel des Deutschlandchefs. Der Umsatz sei im vergangenen Jahr nur um ein Prozent auf 4,98 Milliarden Euro gestiegen, was laut Handelsblatt hauptsächlich auf den Zukauf des Lieferdienstes GVS zurückgeht. Für das laufende Jahr erwarte der Konzern keinen Umsatzzuwachs in Deutschland. Die Profitabilität des deutschen Geschäfts sei im vergangenen Jahr gesunken und das Ebit von 111 auf 79 Millionen Euro zurückgegangen. Erst im vergangenen Jahr war die Metro AG vom tschechischen Milliardär Daniel Kretinsky übernommen und im April 2026 von der Börse genommen worden.
Mit Blick auf den Personalwechsel im Vorstand hebt der Aufsichtsrat in einer offiziellen Mitteilung hervor, dass der neue CEO nicht nur ein bewährter Finanzexperte sei, sondern auch über langjährige operative Handelserfahrung verfüge und maßgeblich zur Rückkehr der Metro auf einen nachhaltigen Wachstumskurs beigetragen habe. So konnte Riegger in den vergangenen Jahren die Umsetzung der „sCore-Strategie“ maßgeblich mitgestalten und dabei die finanzielle Steuerung eng mit der Transformation des Unternehmens verbinden, heißt es vom Handelskonzern weiter. Über den Finanzbereich hinaus habe er insbesondere die digitale Transformation vorangetrieben. Schwerpunkte waren die stärkere Verzahnung von Business und IT, die Harmonisierung von Systemen und Prozessen, der Ausbau von Multichannel-Kompetenzen sowie die Entwicklung einer auf konkrete Wertschöpfung ausgerichteten KI-Strategie.
Eric Riegger selbst betont, dass die Metro mit sCore über eine starke strategische Basis verfüge. Nun gehe es darum, die nächste Entwicklungsphase des Konzerns zu gestalten. Dabei werde man die sCore-Strategie weiterentwickeln, Wachstumspotenziale erschließen und das Unternehmen dabei konsequent auf die Bedürfnisse der Kunden sowie die Chancen in den Märkten ausrichten. „Gleichzeitig werden wir unsere finanzielle Stärke weiter ausbauen, unsere Prozesse noch effizienter gestalten und so die Ertragskraft von Metro nachhaltig stärken“, fasst Riegger die gesteckten Ziele zusammen.
Metro AG: Vorstandsvorsitzender ausgewechselt
Der bisherige Finanzvorstand der Metro AG, Eric Riegger, ist seit dem 1. Oktober neuer Metro-Vorstandsvorsitzender (CEO) und folgt auf Steffen Greubel, der seinen Posten laut Mitteilung auf eigenen Wunsch zum 30. September abgegeben hat. Laut Informationen der Wirtschaftszeitung Handelsblatt gab Greubel nach Differenzen über die künftige Ausrichtung des Großhandelskonzerns seinen Posten auf. Der seit Mai 2021 amtierende Greubel habe den Aufsichtsrat deshalb gebeten, seinen Vertrag zum Ende des laufenden Geschäftsjahres am 30. September 2026 aufzuheben, teilte der Düsseldorfer Konzern mit. „Über die künftige Ausrichtung gibt es unterschiedliche Vorstellungen“, zitiert das Handelsblatt Greubel.
Eric Riegger übernimmt die neue Position zusätzlich zu seiner bisherigen Verantwortung als Finanzvorstand. Sein Vertrag läuft bis zum 31. Dezember 2030. Der Aufsichtsrat hebt hervor, dass der neue CEO nicht nur ein bewährter Finanzexperte sei, sondern auch über langjährige operative Handelserfahrung verfüge und maßgeblich dazu beigetragen habe, die Metro auf einen nachhaltigen Wachstumskurs zurückzubringen. So habe Riegger in den vergangenen Jahren die Umsetzung der „sCore-Strategie“ maßgeblich mitgestaltet und dabei die finanzielle Steuerung eng mit der Transformation des Unternehmens verbunden, heißt es vom Handelskonzern.